Die SERVICEAGENTUR GANZTAG BERLIN (SAG) bietet Schulen Anregungen und Impulse für die Planung und Umsetzung des Alternativszenarios. Diese basieren zum einem auf einem Vorschlag zur modularen Umsetzung der Vorgaben zum Alternativszenario, die die SAG eigenständig und auf der Basis ihres Know-Hows im Bereich der zeiträumlichen und pädagogischen Gestaltung der Ganztagsschule erarbeitet hat. Zum anderen liegt ihnen eine Sammlung von Erfahrungen und Ansätzen unterschiedlicher Schulen im Land Berlin zu Grunde, die stetig fortgeführt wird.

Das Unterstützungsangebot besteht aus

Angesichts der Pandemie sind alle Schulen derzeit aufgefordert, Konzepte für ein Alternativszenario unter Berücksichtigung bestimmter Vorgaben zu entwickeln. In dieser Handreichung werden Ideen und Anregungen für die Gestaltung von Unterrichtsblöcken, der ergänzenden Förderung und Betreuung sowie des Mittagessens und alternativen Raumnutzungen für diesen Fall gesammelt und exemplarische Stundenpläne bereitgestellt. Diese können als Unterstützung im Prozess der Entwicklung des Alternativszenarios dienen. Da die Vorgaben von SenBJF immer wieder an die neue Corona-Situation angepasst werden, wird auch das vorliegende Papier regelmäßig entsprechend aktualisiert.

Für eine konkrete einzelschulspezifische Problembearbeitung und Lösungssuche ist eine strukturierte Beratung hilfreich. Neben einer Problemanalyse und dem Ausloten von Handlungsmöglichkeiten werden die Schulen dabei unterstützt, einen Plan B zu erarbeiten. In Ausnahmefällen kann in der Beratung auch ein Konzept für ein abweichendes Alternativszenario entwickelt werden, wenn die Rahmenbedingungen der Einzelschule keine andere Möglichkeit zulassen. Die Beratung der SAG kann allerdings nicht über die Legitimität des Alternativkonzeptes entscheiden, denn dieser Auftrag liegt bei den Schulaufsichten.

Kontakt für eine Beratungsanfrage: info@sag-berlin.de

Ein Padlet ist eine digitale Pinnwand und bietet in diesem Fall Anregungen für die Umsetzung des schulischen Mittagessens zu Coronazeiten. Die Impulssammlung speist sich aus dem Austausch der SAG mit den an den Schulen tätigen Kolleginnen und Kollegen und aus weiteren Recherchen. Wir aktualisieren diese Seite stetig und laden alle Schulen ein, uns und den anderen Besuchern des Padlets  Ideen, Anregungen und Erfahrungen zur Verfügung zu stellen.

Das Padlet „Lernen im außerunterrichtlichen Bereich“ unterstützt mit Anregungen für die Gestaltung der ergänzenden Förderung und Betreuung (eFöB) in Coronazeiten. Auch dieses Padlet ist gemeinsam mit den Schulen entstanden und wird stetig überarbeitet und ergänzt.

Interview: Was hat die SAG-Schulentwicklungsberatung mit dem Alternativszenario zu tun?

Das haben wir unser Team der SAG-Schulentwicklungsberatung gefragt und herausgekommen sind Antworten zu fünf Fragen:

Welche Aufgabe hat die SAG bei der Beratung zum Alternativszenario übernommen?

In Telefon- bzw. Videoberatungen und Vor-Ort-Besuchen hat die SAG die Schulen beim Übersetzen der Vorgaben in die eigene Praxis unterstützt. Dabei haben wir gemeinsam die schulischen Rahmenbedingungen nachvollzogen und hinsichtlich der Passung zu den Vorgaben überprüft, um dann Wege zu finden, die Vorgaben bestmöglich umsetzen zu können. Vor-Ort Termine mit Besichtigung der Räumlichkeiten waren dabei stellenweise sehr hilfreich. Es ging außerdem darum, unvermeidbare Abweichungen von den Vorgaben nachvollziehbar zu begründen.

Warum hat sich eigentlich die SAG hier so stark engagiert?

Wir haben drei Bedarfe gesehen. Erstens waren die Schulen stark gefordert und konnten nicht flächendeckend auf Expertise, Erfahrung und Beratungsmöglichkeiten zurückgreifen. Dem gegenüber stand ein hoher Bedarf an Unterstützung bei der Planung. Als Teil des Unterstützungssystem und Schnittstellenakteur waren wir in der Lage, uns schnell und intensiv mit der Thematik zu befassen. So konnten wir durch unser Netzwerk sowie die Vielzahl an Beratungen Praxisbeispiele und Erfahrungen sammeln. Unser Ziel war es, auch den Transfer der Ansätze zwischen den Schulen zu unterstützen.

Grundsätzlich ist es uns zweitens ein zentrales Anliegen, die Berliner Ganztagsschulen zu unterstützen und in Beratungen individuell passende Lösungen für die Problemlagen der einzelnen Schule zu entwickeln.

Die Erfahrungen aus dem ersten Lockdown haben drittens gezeigt, wie wichtig die Präsenz an der Schule für viele Schülerinnen und Schüler ist. Daher begrüßen wir, dass mit dem Unterricht, dem Mittagessen und der eFöB wichtige Elemente ganztägiger Bildung zur Verfügung gestellt werden. Diesen Ansatz stärkt die SAG in ihrer Beratung und setzt sich dafür ein, dass diese Bildungselemente auch bei den pandemiebedingten Verkürzungen der Schulzeit nicht aus dem Blick geraten.

Ihr habt 32 Beratungsgespräche zum Alternativszenario geführt. Worin liegen Eurer Erfahrung nach  die größten Herausforderungen für die Schulen?

Wir haben mit sehr vielen, sehr engagierten Kolleginnen und Kollegen an den Schulen gesprochen und ebenso sorgfältig vorbereitete Alternativszenarien wie große Herausforderungen gesehen. Häufig ging es um die Umnutzung von Räumlichkeiten, die Organisation von Ausweichorten auf dem Schulgelände oder im Sozialraum und die aufgrund der Unwägbarkeiten der Pandemie (über)komplexe Personalplanung. Auch das fächerfremde Unterrichten aufgrund von Kontakteinschränkungen sowie der Einsatz aller Pädagoginnen und Pädagogen im Zeitraum zwischen 07:30 und 16:00 Uhr sind umstritten und verlangen allen enorm viel ab. Eine weitere Herausforderung ist die Planungsunsicherheit der Notbetreuung, weil die Kriterien für den Anspruch nicht bekannt, die berufstätigen Eltern aber auf Notbetreuung angewiesen sind. Diese dann aus den restlichen Personalstunden so zu organisieren, dass sich die Kohorten und Pädagoginnen nicht untereinander mischen, stellt viele Schulen vor eine häufig nicht lösbare Aufgabe. Zusätzliche Unsicherheiten gab es bei den Schulen, die notwendigerweise von den Vorgaben abweichen mussten und nicht wussten, inwieweit die Schulaufsichten das genehmigen würden. Den Planungsprozess zusätzlich erschwert haben die späten Konkretisierungen der Vorgaben kurz vor Beginn des Schuljahres (Handlungsrahmen) bzw. den Herbstferien (Stufenplan). Im Zuge dessen müssen Konzepte entwickelt und Planungen angepasst werden, was nicht nur immensen Aufwand für die Schulleitungen bedeutet, sondern natürlich auch in der Schulgemeinschaft kommuniziert und ausgehandelt werden muss. Einigen Schulen ist es trotz der Kurzfristigkeit und der Kontaktbeschränkungen gelungen, ihr Alternativszenario auch von der Schulkonferenz bestätigen zu lassen.

Worin bestehen die Grenzen der SAG-Schulentwicklungsberatung in dieser herausfordernden Situation?

Unser Anspruch bestand darin, die Schulen dahingehend zu beraten, möglichst viele der Vorgaben zu erfüllen, und sie darin zu bestärken, machbare Konzepte und ggf. Begründungen für unvermeidbare Abweichungen zu beschreiben. Dass wir als Grundlage unserer Beratungsarbeit den Fokus auf die individuelle Lösungssuche und nicht auf die allgemeingültige Umsetzungsformel legen, war manchmal erklärungsbedürftig. Unsere Grenzen bestehen im klaren Beratungsanspruch, während die Entscheidungen auf Seiten der Schulaufsicht verortet sind. Wenn wir zudem von vielen Schulen zeitgleich angefragt werden, sind unsere personellen Ressourcen begrenzt. Digitale Beratung und Telefontermine sowie ausführliche Klärungsgespräche im Vorfeld von Vor-Ort-Besuchen konnten dazu beitragen, dass alle Anfragen bearbeitet werden konnten.

Was konnte die Schulentwicklungsberatung zum Alternativszenario bewirken?

Viele Schulleitungen haben uns zurückgemeldet, dass sie die SAG als verlässliche Gesprächspartnerin wahrgenommen haben, die sich auch kurzfristig Zeit nimmt, die spezifischen Begebenheiten vor Ort zu durchdringen und so lange als Unterstützung zur Verfügung steht, bis Lösungen gefunden wurden. Wir haben mit den Planungsteams Antworten auf ihre brennenden Fragen gefunden und ihnen Mut gemacht, für sich und die Schulgemeinschaft ein passendes und vor allem machbares Szenario zu entwickeln. Wir haben angeregt, die Kommunikation mit der Schulgemeinschaft trotz der pandemiebedingten Hindernisse zu verstärken, um das Szenario nach Möglichkeit mit Konferenzbeschlüssen zu bestätigen. Denn damit lässt sich zeigen, dass die Schulgemeinschaft hinter dem Szenario steht und dieses auch mittragen und mitgestalten kann. Wir hatten häufig den Eindruck, dass die Planungsteams gestärkt und mit Ansätzen und Ideen bereichert aus den Beratungsgesprächen rausgegangen sind und einen Fahrplan hatten, wie sie die weitere Planung angehen. Aus der Vielzahl an Ansätzen und Ideen zur Gestaltung des Alternativszenarios haben wir eine Handreichung zusammengestellt, die Möglichkeiten aufzeigt, wie die Vorgaben umgesetzt werden können.

Oben finden Sie die Handreichung sowie weitere Angebote und Anregungen zum Thema Alternativszenario. Unser weiteres Angebot zur Schulentwicklungsberatung finden Sie hier.