Verantwortung übernehmen: Patenschaften und Ordnungsdienste
Ein anderes Angebot, das Teilhabe und Verantwortung vermittelt, sind die Patenschaften: Schüler:innen der achten Klasse unterstützen dabei neue Kinder der siebten Klasse. In der Regel kümmert sich ein/e Pat:in um zwei Siebtklässler:innen, ein sehr guter Schnitt. Am ersten Schultag führen die Pat:innen ihre Schützlinge durchs Gebäude und zeigen ihnen alle wichtigen Anlaufstellen. Acht Wochen später wird ein zweites reguläres Treffen durchgeführt. In der Zeit dazwischen können die neuen Schüler:innen jederzeit auf ihre Pat:innen zukommen, wenn sie Fragen oder Probleme haben.
„Natürlich gibt es auch Anreize für die Pat:innen“, sagt Roschke. „Sie erhalten einen wertschätzenden Zeugnisvermerk und sind von unserem ‚Beauty Day‘ befreit, an dem die Schüler:innen mithelfen, die Schule aufzuräumen und zu reinigen.“ Ordnung und Sauberkeit, diese Tugenden hat Roschke am HHG sehr erfolgreich wieder eingeführt. Auch die Toiletten sind blitzblank, es gibt Papierhandtücher, Seife und Toilettenpapier – leider keine Selbstverständlichkeit an Berliner Schulen.
„Lehrkräfte und Schüler:innen benutzen die gleichen Toiletten. Seitdem gibt es deutlich weniger Probleme mehr mit der Sauberkeit.“ Pro Woche hat darüber hinaus immer eine Klasse Ordnungsdienst. Dazu gehört der Hofdienst, der Mensadienst und der sogenannte „Lavetodienst“. „Das klingt schöner als Toilettendienst“, sagt Roschke und lacht. „Die Schüler:innen der jeweiligen Klasse sind in dieser Woche dafür zuständig, alles ordentlich zu halten. Klar, da geht’s nur um die Grobreinigung. Aber wenn sie das nicht machen, müssen sie in der nächsten Woche wieder den Dienst übernehmen.“ Beim Lavetodienst müssen die Schüler:innen natürlich nicht die Toiletten schrubben, sondern gehen durch die Waschräume und prüfen anhand einer Checkliste, ob Sachen fehlen oder es größere Probleme wie verstopfte Toiletten gibt. Der Hausmeister kann anhand der Liste schneller auf Probleme reagieren.
Am HHG sind Regeln und Werte klar definiert. „Uns ist wichtig, dass die Schüler*innen Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Sollten sie sich nicht an die Regeln halten, haben sie mit Konsequenzen zu rechnen. Dazu gehört nicht nur, dass man nicht randaliert und das Gebäude sauber hält, sondern auch dass wir uns am HHG nicht anlügen“, so Roschke.
Auch die Benutzung von Mobiltelefonen ist verständlich geregelt: „Im Hauptgebäude dürfen Handys nicht einmal zu sehen sein. Und auf dem gesamten Gelände dürfen keine Fotos oder Videos gemacht werden“, so Roschke. „Wer sich nicht daran hält, muss das Handy abgeben. Es wird dann in einem Tresor verwahrt. Die Eltern können entscheiden, ob sie es abholen oder ob es am nächsten Tag zurückgegeben wird.“