Eine lange Pause am Mittag
Ein solch positiver Effekt ist auch das Mittagsband an der Carl-Kraemer-Grundschule: eine 90-minütige Pause, in der die Schülerinnen und Schüler in Ruhe essen, sich auf dem Schulhof austoben, Angebote wahrnehmen und sich entspannen können. Entstanden ist das Mittagsband genaugenommen durch den unglücklichen Umstand, dass im Winter des Schuljahres 2018/19 Schimmel im Schulkeller entdeckt wurde. Der Keller war so stark befallen, dass die Schule für viereinhalb Monate geschlossen und der gesamte Schulbetrieb ausgelagert werden musste. Das bedeutete, dass alle 500 Schülerinnen und Schüler per Shuttlebus an drei andere Schulen gefahren werden mussten. Und das hieß für alle pädagogischen Lehr- und Fachkräfte, dass sie ihre Lehr- und Stundenpläne den neuen Gegebenheiten an ihrer jeweiligen Ausweichschule anpassen mussten.
Als der Keller trockengelegt war und die Kinder an ihre Schule zurückkehren konnten, hatten alle Klassen verschiedene Stundentaktungen, die nun wieder in Einklang gebracht werden mussten. Das Kollegium nahm von den anderen Schulen Ideen mit, wie sie ihren Schultag anders rhythmisieren könnten. Ein guter Zeitpunkt, denn wirklich zufriedenstellend war die Mittagsorganisation bisher nicht. Alle Klassen hatten eine feste Essenzeit und danach ging es direkt wieder in den Unterricht. Zudem gab es mittags eine gemeinsame Hofpause für alle – auf dem eigentlich viel zu kleinen Außengelände. „Sie können sich den Frust vorstellen, wenn es für 500 Kinder eine Schaukel gibt. Es gab immer Streitigkeiten, Konflikte und Unfälle, und wir mussten ständig Kühlpads und Pflaster austeilen“, erzählt Martina Kühn aus dieser Zeit.