Raum für Eigeninitiative im Stellwerk
Ähnlich wie die Schüler:innen arbeitet auch das Kollegium regelmäßig in einem Open Space-Format zusammen. Um die Blickwinkel aller einzubinden, werden zum sogenannten „Stellwerk“ auch Schüler:innen und Sorgeberechtigte eingeladen. Das Format ist auch für das Kollegium freiwillig, meistens kommt so etwa die Hälfte aller Lehrkräfte und Sozialpädagog:innen zusammen. Mehrmals pro Jahr können hier Ideen und Fragen zur Schul- und Ganztagsentwicklung vorgestellt und in Arbeitsgruppen diskutiert werden.
Das Coaching-Angebot ist beispielsweise aus einer Stellwerk-Arbeitsgruppe entstanden. Und auch die Idee, die Wandertage anders auszurichten, wurde hier entwickelt: Ein Wandertag pro Jahr widmet sich seitdem Themen, die in einer Art Curriculum vorgegeben werden. Je nach Jahrgang wählt das Klassenteam aus Themen wie Anti-Rassismus, Cyber-Mobbing oder Suchtprävention den Schwerpunkt für den Wandertag aus.
„Themen, die angepackt werden, kommen dann in die Gremien und werden in der Schulkonferenz abgestimmt. Manche Themen sterben aber auch, zum Beispiel die Überarbeitung des Betriebspraktikums in der neunten Jahrgangsstufe. Das heißt nicht, dass wir das nicht noch angehen. Aber zur Zeit treibt das Thema keiner voran“, erzählt Sebastian Dannischewski. Viele Veränderungen werden aus der Mitte des Kollegiums heraus angestoßen und nicht von der Schulleitung vorgegeben. Diese partizipative Schulkultur war Schulleiter Uwe Kany und seinem erweiterten Schulleitungsteam von Beginn an wichtig. „Aus Kollegiumssicht hat man hier das Gefühl, man kann seinen Arbeitsplatz sehr stark mitgestalten“, findet auch Sebastian Dannischewski.
Eine gemeinsame Initiative von Schüler:innen und Kollegium ist das Verbot von Plastikverpackungen an der Schule. Die Idee entstand im Open Space der Schüler:innen und wurde dann auch im Stellwerk eingebracht und weiterentwickelt. Die Initiative sorgte in allen Gremien für Diskussionen, fand am Ende aber viel Unterstützung und seit diesem Schuljahr entsteht so deutlich weniger Plastikmüll am GKG. Auch diese Initiative sorgt dafür, dass sich Nassiria am Gottfried-Keller-Gymnasium wohlfühlt: „Ich finde es gut, dass wir eine nachhaltige Schule sind und hier so viele verschiedene Sachen machen können.“ Diese Bandbreite der partizipativen Möglichkeiten, sowohl für Schüler:innen als auch für Lehrkräfte und Sozialpädagoge:innen, macht die Schulkultur am Gottfried-Keller-Gymnasium aus – und bringt immer wieder innovative Bildungselemente für den Ganztag hervor.
Schulporträt veröffentlicht im Jahr 2023.