Jahrelang gab es an der Schule am Königstor kein Essen für die Schüler:innen. Die Schule behalf sich zunächst selbst mit einer Schülerfirma und einem Kiosk. Heute isst mittags mehr als ein Drittel der Schüler:innen in der Mensa. Das kostete eine Menge Kraft und Engagement. Das Wichtigste dabei war: die gute Zusammenarbeit mit den Eltern und die Einbeziehung der Schüler:innen von Anfang an.
Ein Interview von Kathleen Fietz mit den Schulsozialarbeitern Johannes Späth und Heiko Schulz.
Bei Ihnen an der Integrierten Sekundarschule gibt es seit dem Schuljahr 2019/20 ein verlässliches Mittagessen durch einen Caterer. Wie sah Ihr Weg dahin aus?
Johannes Späth: Langwierig und steinig. Ein warmes Essen sollte an Schulen eigentlich selbstverständlich sein, aber die Organisation und die ganzen Absprachen waren sehr mühsam und es brauchte viel Kraft.
Heiko Schulz: Wir hatten immer zu wenige Essenanmeldungen, als dass wir für einen Caterer interessant gewesen wären. Und so versuchten wir, das anders zu lösen. Wir begannen mit einem Café, das unsere Schülerfirma betrieb. So konnten die Schüler:innen sich einerseits einbringen, Selbstwirksamkeit erfahren, ihre Qualitäten und Fähigkeiten entdecken und gleichzeitig bekamen sie etwas zu essen. Dann hatten wir in Kooperation mit einem naheliegenden Essensanbieter ein Konzept für ein „Essen auf Rädern“ entwickelt, damit wenigstens unsere Schüler:innen mit Förderschwerpunkt, die jeden Tag bis nachmittags hier sind, ein warmes Essen bekommen. Da gab es große Bestrebungen der Eltern. Als das gerade losgehen sollte, fand sich für das Schuljahr 2019/20 plötzlich ein Caterer.
Wie kam das?
Johannes Späth: Wir hatten plötzlich genügend Anmeldungen für den Caterer, der damals mindestens 100 Essensanmeldungen verlangte. Zum einen hatte unsere Schüler:innenzahl durch die geburtenstarken Jahrgänge zugenommen. Und wir wurden durch unsere Förderschwerpunkte Geistige Entwicklung und Autismus immer stärker nachgefragt.
Heiko Schulz: Wer einen Förderschwerpunkt hat, hat einen gesetzlichen Anspruch auf ein Mittagessen und Schüler:innen mit einem berlinpass können seit 2019 ein kostenfreies Mittagessen beantragen1. Das waren die Türöffner für eine Mittagsversorgung, denn so hatten wir mehr verlässliche Anmeldungen und wurden plötzlich für Caterer interessant.