Was es bedeutet, wenn Partizipation im Schulalltag selbstverständlich geworden ist, zeigt die Fichtelgebirge-Grundschule in Berlin-Kreuzberg. Seit 20 Jahren wird hier die Beteiligung von Schüler:innen und Eltern groß geschrieben. Das Schüler:innenparlament ist dabei Dreh- und Angelpunkt.
Ein Schulporträt von Katharina Zink
Der Schulhof der Fichtelgebirge-Grundschule im Kreuzberger Wrangelkiez wird gerade saniert, Bauzäune trennen den Großteil des Hofes vom Schulgebäude. Wie der Schulhof gestaltet wird, entscheiden die Schüler:innen der offenen Ganztagsschule mit. „Letztes Jahr haben wir neue Tore bekommen und ganz viele aus meiner Klasse wollen noch mehr Tore. Das diskutieren wir schon ein halbes Jahr im Klassenrat”, erzählt Emil, Klassensprecher in der 6b.
Genauso wie Toni sitzt er im Schüler:innenparlament, in dem die Klassensprecher:innen aus allen Jahrgängen zusammenkommen. In der zweiten Klasse wurde Toni zum ersten Mal zur Klassensprecherin und damit ins Parlament gewählt, mittlerweile ist sie im dritten Jahr dabei. Meistens bleiben die Diskussionen konstruktiv, berichtet sie: „Im Schüler:innenparlament wird eigentlich nicht gestritten. Wir diskutieren Lösungsvorschläge und versuchen, alles aufzunehmen, damit es dann am Ende klappt. Zum Beispiel wenn es ein neues Spielgerät geben soll, dafür aber nicht genug Geld da ist, wird überlegt, wie man das hinbekommt. Wir sprechen mit Lehrern und schauen, wie wir das hinkriegen können.”
Über die Klassenräte können Vorschläge eingereicht werden, die dann von den beiden Klassensprecher:innen im Parlament eingebracht werden. Dort wägen die 34 Vertreter:innen ab und versuchen, die beste Lösung zu finden. „Manche Sachen sind auch übertrieben. Einige aus der ersten Klasse wollten einen Swimmingpool und eine Achterbahn. Aber da bräuchte man ja auch einen Bademeister und die Achterbahn ist viel zu groß. Man muss die Bedingungen anschauen, so ein Spielgerät darf nicht den ganzen Schulhof einnehmen”, erklärt Toni.