Erzieher:innen in allen Gremien dabei
Bei der Planung waren wohlgemerkt nicht nur die Lehrkräfte immer dabei, sondern auch die Erzieher:innen. „Das ist etwas Besonderes, die große Wertschätzung, die Erzieher:innen hier erfahren“, sagt Marcel Tuttlies, der eFöB-Koordinator. „Wir versuchen so wenig wie möglich einen Unterschied zwischen den Professionen zu machen“, bestätigt die Schulleiterin.
Die Erzieher:innen sitzen deshalb gemeinsam mit den Lehrkräften in den Pädagog:innenräumen der jeweiligen Lernhäuser. Einmal die Woche kommt die Schulleitung zusammen, die hier nicht nur eine „erweiterte“, sondern ein „kollektive“ ist. Zu ihr gehören neben der Schulleiterin, ihrer Stellvertreterin und dem leitenden Erzieher auch jeweils eine Lehrkraft und ein:e Erzieher:in aus jedem Lernhaus. Denn für das Team ist klar: Eine gute Kommunikation ist unerlässlich. Das freie und selbstbestimmte Lernen ist nur dann möglich, wenn es klare Regeln und Strukturen gibt, die von allen eingehalten werden. „Es ist wichtig, dass wir einheitlich arbeiten und den Kindern verlässliche Rituale anbieten“, sagt Erzieher Marcel Tuttlies.
Wer etwa eine Vertretungsstunde übernehme, sollte genauso arbeiten wie die Kolleg:innen. Eine Schulstunde mit Unruhe und Durcheinander könne das konzentrierte Arbeiten für den Rest des Tages erschweren. Und Sandra Scheffel ergänzt: „Wir Pädagoginnen haben natürlich unterschiedliche Vorstellungen von unserer Arbeit mit dem Kind. Aber hier gibt es ein sorgfältig ausgearbeitetes Konzept, das nur funktioniert, wenn sich alle darauf einlassen.“
Gerade für viele Erzieher:innen sei es „Neuland“, dass sie an der Schule gefragt sind, in Gremien zu sitzen, an Konzepten für die Weiterentwicklung mitzuwirken und Verantwortung zu übernehmen. Sie müssten in diese ungewohnte Rolle erst einmal reinwachsen, berichtet Tuttlies. Doch die enge Zusammenarbeit habe Erfolg: „Es gibt mehr Verständnis zwischen den Professionen. Man bekommt einen Einblick, warum manche Entscheidungen so schwierig sind. Und die Veränderungen, die gemeinsam erarbeitet wurden, werden am Ende besser angenommen.“