Handlungssicherheit im Umgang mit Vielfalt erhöhen
Markus Schega nahm die Diskriminierungsvorwürfe ernst und begann, gemeinsam mit seinen Kolleg:innen, Eltern und Schüler:innen Strukturen gegen Rassismus und gegen Diskriminierung aufzubauen. Nach der ersten Bestandsaufnahme war es wichtig, Handlungssicherheit im Umgang mit Vielfalt zu ermöglichen und Barrieren für die Teilhabe abzubauen.
Eine wichtige Initiative dafür war das Projekt „Nürtikulti – Vielfalt gestaltet Grundschule“, das von 2011 bis 2014 an der Nürtingen-Grundschule umgesetzt wurde. In dieser Zeit wurde der Grundstein dafür gelegt, dass alle gemeinsam das Schulleben gestalten und Vielfalt dabei als Ressource begreifen. Das heutige Leitbild der Nürtingen-Grundschule betont den aktiven Umgang mit der Vielfalt: Alle sind willkommen, die Schüler:innen der Schule werden vor Diskriminierung und Übergriffen geschützt.
Konkret heißt das, dass rassistische Vorfälle und Mobbing bei der Schulleitung meldepflichtig sind, sie übernimmt die Bearbeitung. Handelt es sich um Mobbing, orientiert sich die Nürtingen-Grundschule an der „Berliner Mobbingfibel“. Außerdem hat die Schule mit Kindern einen 3-minütigen Film gedreht, der die Topografie von Mobbingfällen zeigt und als Unterrichtsmaterial zur Prävention genutzt wird.
Rassismusvorfälle werden in enger Kooperation und unter Supervision der externen Anti-Diskriminierungsberaterin Olenka Bordo-Benavides bearbeitet. Gemeinsam mit ihr reflektieren die Schulleitung und eine Vertretung der Schulsozialarbeit jeden einzelnen Vorfall und legen die nächsten Schritte fest. Zudem bietet Olenka Bordo-Benavides an der Nürtingen-Grundschule eine „Empowerment-Gruppe“ für Children of color an. Die Erkenntnisse aus dieser Gruppe fließen in die Schulentwicklung ein.