Lernen über den ganzen Tag

Die Ganztagsschule bietet Schüler:innen als Lern- und Lebensort vielfältige bedarfsorientierte Lerngelegenheiten, die fachliches, methodisches, soziales und emotionales Lernen anregen und unterstützen und die Persönlichkeitsentwicklung fördern. So besteht das Lernen über den ganzen Tag aus unterschiedlichen Bildungselementen wie Unterricht, Förderangeboten, Übungs-, Essens-, Erholungs-, Spiel- und Freizeiten. Ein wichtiger Bestandteil sind aber auch Arbeitsgemeinschaften, anregende Lernumgebungen oder Projekte, in denen Schüler:innen ihre Potenziale entfalten und ihren Interessen nachgehen können.

Dieses Modul bietet Ihnen über verschiedene Zugänge vielfältige Informationen, Anregungen und Beispiele aus der Praxis. So wird gezeigt, wie Lernen über den ganzen Tag ausgehend vom Ganztagsprofil und seinen Schwerpunkten angeregt und gestaltet werden kann und die Verzahnung der Bildungselemente gelingt. Nach dem folgenden Überblick können Sie unten einen Zugang wählen und vertiefen.

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Gibt es an Ihrer Schule auch ein Praxisbeispiel, das Sie gerne mit anderen Schulen teilen möchten? Bitte nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

Dabei stehen folgende Fragen im Mittelpunkt:

Das Lernen über den ganzen Tag kann in unterschiedlichen Bildungselementen angeregt und organisiert werden. In diesem Abschnitt erfahren Sie, was Bildungselemente sind, wie sie mit dem Ganztagsschulprofil zusammenhängen und wie Sie mit Bildungselementen Schultag, Schulwoche und Schuljahr sinnvoll gestalten können.

Bildungselemente und Ganztagsschulprofil

Der Begriff Bildungselemente bezeichnet alle verpflichtenden und fakultativen Elemente, aus denen sich der Schultag, die Schulwoche und das Schuljahr in der Ganztagsschule zusammensetzen: So gibt es formale Lernangebote (z. B. Unterricht), non-formale (z. B. Arbeitsgemeinschaften, bestimmte Projekte, Förderangebote) und informelle (z. B. Pausen, Mittagessen, Erholungs-, Spiel- und Freizeiten).

Aus den mit dem ganztägigen Lernen verbundenen Zielen leitet die Einzelschule ab, wie sie die einzelnen Lernangebote gestaltet und sich diese sinnvoll ergänzen. Idealerweise wird das Ganztagsschulprofil der Schule in unterschiedlichen formalen, non-formalen und informellen Bildungselementen erlebbar.

  • HINTERGRUND zum Begriff „Bildungselemente“ und was sich dahinter verbirgt
  • MATERIAL zur Visualisierung von Bildungselementen und Ganztagsschulprofil

Bedarfsorientierte Weiterentwicklung von Bildungselementen

Im Kernbereich Bildungselemente der Qualitätsstandards für die inklusive Berliner Ganztagsschule werden Anforderungen an die Vielfalt und die Verzahnung der Bildungselemente sowie an die Lebensweltorientierung und die partizipative Weiterentwicklung der Bildungselemente beschrieben.

  • MATERIAL – Hier finden Sie Anleitung, wie Sie an der bedarfsorientierten Weiterentwicklung von Bildungselementen mit Hilfe der Qualitätsstandards arbeiten können.

Bildungselemente gut kommunizieren & Zugänge schaffen

Wie kommen die Schüler:innen zur bestmöglichen Förderung, zur bedarfsgerechten Unterstützung und zu Bildungsangeboten, die ihren Interessen entsprechen und/oder neue Erfahrungen ermöglichen?

  • MATERIAL und PRAXISBEISPIELE – Hier finden Sie Anregungen und Beispiele, wie Sie die Bildungselemente an Ihrer Schule adressat:innengerecht kommunizieren bzw. niedrigschwellige Zugänge für Ihre Schüler:innen schaffen.

Verzahnung von Bildungselementen

Eine wunderbare Möglichkeit, um Lerngelegenheiten der Schüler:innen zu erweitern und Lerninhalte über unterschiedliche Zugänge und Methoden anzubahnen bzw. zu vertiefen ist die gezielte inhaltliche Verzahnung zwischen einzelnen Bildungselementen. Die Verzahnung kann durch die Kooperation von Pädagog:innen bei der Umsetzung von Lernsettings bewusst gestützt werden.

In der Beratungsarbeit der SAG konnten wir insbesondere drei Herangehensweisen an die Verzahnung von Bildungselementen beobachten:

Inklusiv arbeitende Ganztagsschulen haben die Aufgabe und das Potenzial, Zeiten und Räume für das Üben und das Erledigen von Schulaufgaben zur Verfügung zu stellen. Übe- und Lernzeiten sind Teile einer umfassenden Förderung von Schüler:innen. Im Folgenden haben wir verschiedene Materialien, Anregungen und Beispiele für Sie zu diesem Thema zusammengestellt.

Sie erfahren hier: Wie und in welchen Formaten kann das Üben gut in den Schultag integriert werden? Was ist hilfreich für multiprofessionelle Förderplanung und -gespräche? Welche Potenziale birgt Lerncoaching und warum ist das Lernen über den ganzen Tag ein Motor für Begabungsförderung?

Wie diese Aspekte in der Praxis miteinander verschränkt werden, zeigt das Gottfried-Keller-Gymnasium im Schulportrait.

Lern- und Übungszeiten in den Tag integrieren

Wie und in welchen Formaten kann das Üben gut in den Tag integriert werden?
Ein Versprechen der Ganztagsschule ist es, dass die Schüler:innen möglichst viele ihrer Übungsaufgaben in der Schule erledigen, dass also die Hausaufgaben zugunsten von Schulaufgaben abgeschafft werden können und genug Lern- und Übungsformate und -zeiten über den Tag verteilt angeboten werden.
Je nach Konzept, den Bedingungen vor Ort und den Bedarfen der einzelnen Schüler:innen gestalten Ganztagsschulen das unterschiedlich – hinsichtlich der Organisation (fachgebunden, klassengebunden, offen organisiert) und der Steuerung bzw. Betreuung (angeleitet durch Lehrkräfte, Erzieher:innen,  Sozialpädagog:innen, ältere Schüler: innen oder externe Kooperationspartner:innen oder selbstgesteuert durch die Schüler: innen selbst). Nahezu alle Ganztagsschulen schaffen und etablieren früher oder später Bildungselemente, in denen geübt werden kann.

  • HINTERGRUND In dieser Übersicht zu Lern- und Übungszeiten haben wir die bekanntesten Formate – vom Lernatelier bis zu TÜFF – zusammengestellt. Auch das gesetzlich verankerte Format der Schülerarbeitszeiten (SAZ, Grundschulen) oder Schülerarbeitsstunden (SAS, weiterführende Schule) ist hier beschrieben.
  • PRAXISBEISPIELE Diese beispielhaften Zeitpläne machen deutlich, wie solche Lern- und Übungszeiten im Schulalltag verschiedener Schulen integriert sind (z.B. gebundenes Ganztagsgymnasium, teilgebundene ISS, gebundene ISS). Für weitere Zeitpläne auch von Grundschulen besuchen Sie unser Themenmodul Zeit.
  • PRAXISBEISPIELEIn diesem kurzen Film zeigen vier Berliner Schulen wie es gelungen ist, eine erfolgversprechende und zufriedenstellende Aufgaben- und Übungspraxis im Tagesablauf zu verankern.

Lernen aktiv begleiten durch Lernberatung

HINTERGRUND

  • Der Hintergrundtext erläutert Inhalte, Voraussetzungen und Bedingungen von Lernberatung, verschiedene Formate und Settings sowie die Kompetenzen, über die die Beratenden verfügen sollten. Zudem wird erklärt, wie sich Lernberatung von Lerntherapie und anderen Unterstützungsformen abgrenzt.

PRAXISBEISPIELE PRIMARSTUFE

  • Die Wilhelm-von-Humboldt-Gemeinschaftsschule hat neben einem Logbuch zur Dokumentation des Lernens Coaching-/Tutorgespräche (Zielvereinbarungsgespräche) installiert, in denen die Lernfortschritte oder -hindernisse reflektiert werden. Darüber hinaus werden Halb- und Endjahresgespräche mit Eltern, Kind und Lehrkraft geführt, so dass Beobachtungen ausgetauscht und gemeinsam Ziele vereinbart werden können. Diese und weitere Bausteine individueller Förderung werden im Elternhandbuch beschrieben.
  • Lernberatungsgespräche führen Kind, Lehrkraft und Eltern an der Erika-Mann-Grundschule – Berlin-Wedding halbjährlich. Die Schüler:innen bereiten sich darauf vor: was habe ich gelernt, wie habe ich gelernt, was fällt mir leicht, was schwer. Im Gespräch können die verschiedenen Wahrnehmungen des Kindes, der Eltern und Lehrkräfte Raum haben.

PRAXISBEISPIELE SEKUNDARSTUFE

  • Im Gottfried-Keller-Gymnasium gibt es ein wöchentliches Angebot durch ein Team aus Lehrkräften und Sozialpädagog:innen. Eine Beschreibung findet sich unter Ich schaff´s! Gottfried-Keller-Gymnasium und im Porträt.
  • Im Humboldt-Gymnasium in Berlin-Tegel wird auf der Basis eines Systems aus Lernberatung, Lerncoaching und Mentoring gearbeitet.
  • Schüler:innen, die gefährdet sind „die Schule ohne Abschluss zu verlassen“ werden an der Refik-Veseli-Schule (ISS mit gymnasialer Oberstufe) im Rahmen des Ganztages durch Lerncoaching gefördert. Im Konzept sind auch regelmäßig Gespräche zwischen den Coaches und den Eltern sowie den Lehrkräften, den Coaches, den Jugendlichen und den Eltern vorgesehen. Dieses Angebot wird im Schulprogramm beschrieben.

ANREGUNGEN & IDEEN

  • Lernwerkstätten bieten Raum für forschend-entdeckendes Lernen, wobei es neben einer anregenden Lernumgebung zentral darum geht, den Lernweg zu dokumentieren und reflektieren. Den Lernweg begleiten Pädagog:innen durch Beobachtung, Rückmeldung und anregende Fragen.
  • In der Broschüre „Leit-IDEEN“ des Programms „LiGa – Lernen im Ganztag“ werden neben Einblicken in die Praxis verschiedene Aspekte wie die Beziehung im Lerncoaching und die Einbettung von Lerncoaching in die Schul- und Unterrichtsentwicklung dargestellt.

Fördermöglichkeiten ausschöpfen durch Multiprofessionalität und vielfältige Bildungselemente

Was ist hilfreich für multiprofessionelle Förderplanung und -gespräche?
Um Kinder- und Jugendliche sowohl in ihren fachlichen und methodischen Kompetenzen als auch in ihrer ganzen Persönlichkeit zu fördern, braucht es den spezifischen Blick verschiedener Professionen.

HINTERGRUND

PRAXISBEISPIELE

  • Die enge Kooperation von Lehrkräften und Sozialpädagog:innen zahlt sich aus. Das zeigen die Schulportraits des Gottfried-Keller-Gymnasiums und des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums (folgt).
  • Konkrete Erfahrungen mit dieser Anleitung zur gemeinsamen Förderplanung sind in folgendem Artikel aus Sicht eines Teams (Fach-, Klassen- und Sonderschullehrkräfte) beschrieben.
  • Das Format des „schulinternen Beratungsteams“ an der Fanny-Hensel-Grundschule ist im SIBUZ-Brief Nr. 2 (2019) beschrieben. Hier wird deutlich, wie und wann dieses Team zusammenarbeitet, wer daran teilnimmt und welche Aufgaben es wahrnimmt.
  • Wie ein Förderkonzept für Grundschulen multiprofessionell gedacht und konzipiert werden kann, lesen Sie in diesem Praxisbeispiel der Rudolf-Wissell-Grundschule – entwickelt wurde es gemeinsam mit Carsten Giere von der Fortbildung Berlin/SIBUZ Berlin Mitte.

ANREGUNGEN & IDEEN

MATERIAL

  • Förderplanung im Team kann auch durch digitale Tools erleichtert werden. Ein Beispiel hierfür ist die SPLINT-APP. Beobachtungen und Ergebnisse aus der Diagnostik können hier gesammelt und in die Förderplanung aufgenommen werden. Auf Knopfdruck kann der aktuelle Stand der Förderung als Förderplan ausgedruckt werden.

Begabungsförderung über den ganzen Tag

Das Ziel zeitgemäßer Begabungsförderung ist es, die Begabungen aller Kinder und Jugendlichen zu fördern. Diesem Ziel liegt ein breiter Begabungsbegriff zugrunde, der diverse Domänen – von Sprache(n), Musik, Kunst, Gesellschaftspolitik, Mathematik/Naturwissenschaft/Technik bis hin zu Handwerk/Wirtschaft und Sport – einschließt.

Damit eine Begabung ausgelebt und im Selbstkonzept ihren Platz finden kann, brauchen Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, sich in verschiedenen Domänen erproben zu können und dabei Rückmeldungen von Gleichaltrigen und Erwachsenen zu erhalten. Insbesondere die Ganztagsschule mit ihren erweiterten Möglichkeiten, eine breite Palette an Kursen und Arbeitsgemeinschaften anbieten zu können und dabei mit verschiedenen Pädagog:innen und externen Kooperationspartner:innen zusammen zu arbeiten, spielt hier eine wichtige Rolle.

Begabungsförderung in diesem Sinne bedeutet also das Fördern individueller Interessen durch ein breites Angebot und das Vermitteln von Anstrengungsbereitschaft – unabhängig vom reinen Exzellenzanspruch.

HINTERGRUND

  • Formen der Begabungsförderung
  • Um besser zu verstehen, wie angelegte Begabungen, nicht-kognitive Persönlichkeitsmerkmale und Merkmale der familiären, schulischen und sonstigen Umwelt zusammenspielen und sich auf die Realisierung des Potenzials einer Begabung auswirken, kann das sog. „Münchner Begabungsmodell“ (Heller & Perleth 2007) beitragen.
  • Der vorliegende Bericht Begabtes Berlin 2018-2021 bündelt die Ergebnisse eines multiprofessionellen Expertengremiums und präsentiert die vielfältigen Aktivitäten und Instrumente der Begabungsförderung in Berlin – als Gesamtkonzept von der Kita bis zur weiterführenden Schule.

PRAXISBEISPIELE

  • Wie passgenaue Begabungsförderung gelebt und an den Interessen der Schüler: innen ausgerichtet wird, lesen Sie im Schulportrait des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums. Dieses Pankower Ganztagsgymnasium im offenen Modell zeigt, wie die Einbindung externer Kooperationspartner:innen und der Sozialpädagogik gelingt und ein ganzheitliches Lernen und Leben an der Schule befördert wird.
  • Bevor Begabungsförderung greifen kann, brauchen Schüler: innen die Möglichkeit, mit Pädagog:innen über ihr Selbstkonzept und ihre Stärken ins Gespräch zu kommen. Das Humboldt-Gymnasium in Berlin-Reinickendorf bietet für die Neuankömmlinge ein Fach „Lernberatung-Coaching-Mentoring“ an, in das Elemente des Lerncoachings einfließen. Sehen Sie hierzu den ersten Teil des Filmes „Best Practice – Kernbereich Bildungselemente“.
  • Blick über den Tellerrand: Wie das Drehtürmodell als Begabungs-förderung für alle Kinder dienen kann, sehen Sie in einem kurzen Film über das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium in Münster – veröffentlicht auf dem Deutschen Schulportal. Ein Berliner Gymnasium hat sich dezidiert hieran orientiert – lesen Sie hier den Bericht des Gymnasiums am Europasportpark.
  • BegaSchulen und BegaKitas bieten spezielle Angebote zur Begabungsförderung in allen Begabungsdomänen. Im Rahmen von Kooperationen nehmen Kinder und Jugendliche in verschiedenen Einrichtungen an diesen Angeboten teil.

ANREGUNGEN & IDEEN

  • Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) hat unter „Begabungsförderung“ zentrale Anlaufpunkte, Akademien, Wettbewerbe, Stiftungen, Links, Institutionen, Vereine und diverse Hinweise zum Thema zusammengestellt. Auf dem Bildungsserver Berlin-Brandenburg des Landesinstituts für Schule und Medien (LISUM) finden Sie ebenfalls Hinweise zum Thema. Diese Broschüre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bietet neben Hinweisen für Lehrkräfte und Erzieher:innen auch umfangreiche Informationen für Sorgeberechtigte.
  • Speziell zum Thema Hochbegabung finden Sie umfassende Informationen auf dem Fachportal der Karg-Stiftung, die ein spezifisches Fortbildungsprogramm (sog. Karg-Impulskreise) anbietet. Auf der Website der Senatsverwaltung finden Sie eine Übersicht über „Regionale Begabtengruppen am Nachmittag“.

Ganztagsschulen haben die Aufgabe, als Lern- und Lebensort der Kinder und Jugendlichen an deren Lebenswelt anzuknüpfen. Um junge Menschen dabei zu begleiten, ihre eigenen Fragen an die Welt zu entwickeln und Antworten darauf zu finden, eignet sich das forschend-entdeckende Lernen mit dem Fokus auf Lernwerkstatt und Lernwerkstattarbeit. Hier können Kinder und Jugendliche mit Kopf, Herz und Hand lernen und individuell gefördert werden: Sie lassen sich von Phänomenen und Ereignissen aus ihrem Alltag und ihrer Erfahrungswelt triggern (Herz), gehen ihnen auf den Grund (Kopf) und kommen auf ihrem Weg ins Handeln (Hand); sich den eigenen Schwerpunkt und die eigene Vorgehensweise sowie das eigene Lerntempo und die Lernpartner:innen (Peers und/oder Pädagog:innen) auswählen zu können, fördert die Lernmotivation –  das Lernen passiert quasi en passant, das erworbene Wissen jedoch bleibt langfristig in Erinnerung.

Die Materialien und Praxisbeispiele hier bieten Ihnen Anregungen zum Themenfeld forschend-entdeckendes Lernen in einer Lernwerkstatt.

Die Lernwerkstatt als Zentrum für forschend-entdeckenden Lernens in der Ganztagsschule

Eine Lernwerkstatt ist ein schulischer Raum, in dem Schüler:innen eine von Lernbegleiter:innen gestaltete Lernumgebung vorfinden...

… die die Kinder und Jugendlichen zum Ausprobieren, Recherchieren und zu eigenen Fragen anregt. Wenn kein Raum dauerhaft zur Verfügung steht, schaffen die Pädagog:innen Lernsituationen, in denen forschend-entdeckendes Lernen temporär möglich ist (z.B. in Klassenzimmern, auf dem Schulhof, im Park, an außerschulischen Lernorten etc.).

Eine gut integrierte Lernwerkstatt verändert die Ganztagsschule...

… sie kann für die verschiedenen Bildungselemente genutzt werden und verbindet sie untereinander: Themen, die im Unterricht erforscht werden, können im außerunterrichtlichen Bereich und im Freiraum der Kinder und Jugendlichen vertieft werden, um dann die verschiedenen Ergebnisse wieder im Unterricht aufzugreifen.

Die Lernwerkstattarbeit als pädagogischer Prozess orientiert sich an der Idee des forschend-entdeckenden Lernens...

… in dessen Mittelpunkt das direkte und unmittelbare Ausprobieren steht. Sie geht von den Interessen der Kinder und Jugendlichen aus und fördert die aktive und selbstbestimmte Auseinandersetzung mit der Welt. Sie macht erfahrbar, dass viele Wege zum Ziel führen, und berücksichtigt so individuelle Voraussetzungen wie Wissen, Lerntempo, Kenntnisse, Fertigkeiten, Fähigkeiten und auch Formen des Zusammenarbeitens. Die Kinder und Jugendlichen – und mit ihnen auch die Pädagog:innen – entwickeln sich weiter hinsichtlich des souveränen Umgangs mit neuen Situationen und eigenverantwortlicher Kommunikation über Lernprozesse, über Wege und Umwege zum Ziel. Lernwerkstätten tragen so entscheidend zum Erwerb von Zukunftskompetenzen bei.

Pädagog:innen gehen in diesem Setting auf die Heterogenität der Lernenden ein und begleiten sie auf Augenhöhe...

… sie stärken die Kinder und Jugendlichen, selbstständig zu arbeiten und sich auf individuelle (Lern)Wege zu begeben. Die Pädagog:innen bereiten Raum und Materialien vor und sorgen zuverlässig für Phasen der Dokumentation, Präsentation und Reflexion. Für ihre Arbeit tauschen sie sich in multiprofessionellen Teams aus und suchen sich über Fortbildungen, eigene Forscherworkshops und Netzwerke eigene Reflexionsräume.

Anregungen zum Thema forschendes Lernen und Lernwerkstätten

Orientierung und Grundlagen

Qualitative (Weiter-)Entwicklung einer Lernwerkstatt

  • MATERIAL – Das Audit für gemeinsame Lernwerkstätten von Kitas und Grundschulen der DKJS bietet ein Werkzeug der Selbstbefragung zum Auf- und Ausbau von Lernwerkstätten.

Beispiele, Materialien, Kooperationspartner

  • PRAXISBEISPIELE & MATERIALIEN – Auf der Seite Forschendes-Lernen.net finden Sie von der DKJS zusammengestellt weitere Informationen, Beispiele und Materialien zum forschenden Lernen und Lernwerkstätten.
  • PRAXISBEISPIEL – Eine erste Klasse der Grundschule im Hofgarten arbeitet in der Lernwerkstatt. Den Film über „Baut ein Fahrzeug, das möglichst weit rollt“ und Rückmeldungen der Kinder zu ihren Erfahrungen finden Sie hier.
  • MATERIAL – Eine mehrsprachige Broschüre zum Entdeckenden Lernen speziell mit geflüchteten Kindern hat das Curioso Kinderlabor, eine Experimentier- und Lernwerkstatt in Kreuzberg, herausgebracht: Hier kann mit Haushaltgegenständen geforscht werden; Außerdem bietet das Curioso auch noch das Naturlabor zum Draußenforschen an.
  • MATERIAL – Das HELLEUM hat viele Anregungen zum Forschenden Lernen herausgegeben; Ausgangspunkt ist immer ein kleiner Film, der mit einer Frage endet. Als ergänzendes Material gibt es eine Impulskarte und ein Blatt, auf dem der Forscherweg festgehalten werden kann. Auf einer digitalen Pinnwand können die jungen Forscher:innen zudem ihre Erfahrungen hinterlassen.

Professionalisierung und Fortbildung

  • PRAXISBEISPIEL – In Praxis eines Lernbegleiters können Sie einen Dialog zwischen Kind und Lernbegleiter nachlesen und einen Eindruck gewinnen, welche Haltung und auch welche Fragen es braucht, um den Forschenden einerseits zu unterstützen, andererseits den eigenen Weg finden zu lassen.
  • FORTBILDUNG – Die SERVICEAGENTUR GANZTAG BERLIN bietet seit 10 Jahren erfolgreich die modulare Fortbildungsreihe „LERNEN BEGLEITEN an, in der Pädagog:innen aller Schulformen die oben genannten Grundlagen für die Arbeit in Lernwerkstätten .

 

Das Konzept der durchgängigen Sprachbildung ist an den Berliner Schulen fester Bestandteil des Unterrichts in allen Fächern. Ganztagsschulen bieten für die Sprachbildung zudem ein enormes Potenzial, denn auch die nicht-unterrichtlichen Bildungselemente spielen eine bedeutsame Rolle bei der Förderung der Sprachkompetenz von Kindern und Jugendlichen und unterstützen somit grundlegend erfolgreiche Bildungsprozesse.

  • HINTERGRUND Im Interview erläutert Martina Reynders, Leiterin des Berliner Zentrums für Sprachbildung, die Potenziale für Sprachbildung und -förderung an Ganztagsschulen.

Wie können Sprachbildungsanlässe über den ganzen Tag, also sowohl im Unterricht als auch im außerunterrichtlichen Bereich geschaffen und die Sprachbildung von allen Pädagog:innen über den ganzen Schultag auf unterschiedliche Art unterstützt und gefördert werden?
Im Folgenden finden Sie Ansätze, Methoden und Projekte für Sprachbildungsanlässe über den ganzen Tag zu den vier sprachlichen Fertigkeiten und dem Bereich Medien.

Lesen

Lesen ist eine wichtige Kernkompetenz und sollte in vielfältiger Weise gefördert werden.
Um Kinder und Jugendliche zum Lesen zu motivieren, braucht es nicht nur eine ansprechende und reiche Auswahl an Literatur, es sollten auch gemütliche und einladende Leseräume und -anlässe geschaffen werden.

  • MATERIAL – Das Projekt LeseOasen von Save the Children e.V. bietet Anregungen für die Gestaltung lesefreundlicher Räume und für Aktivitäten zur Leseanimation.
  • MATERIAL – Kreative Methoden zur Leseförderung finden Sie auf dem Berlin-Brandenburger Bildungsserver. Einige der aufgeführten Methoden eignen sich neben dem Einsatz im Unterricht auch für (außerunterrichtliche) Projekte oder zur kreativen Gestaltung von Leseaktivitäten in der Bibliothek.
  • ANGEBOT & MATERIAL – Inspirationen für ansprechende Literatur und Angebote zum Thema Buchvorstellungen und spannendem Vorlesen gibt Tina Kemnitz von „Tolles Buch“. Z. B. bietet sie einen kostenlosen 19-minütigen Crashkurs „Leseförderung – aber wie?“ an. Die Handreichung „Spannende Buchvorstellungen im Klassenzimmer“ ist in Kooperation mit dem Zentrum für Sprachbildung entstanden und gibt Anregungen, wie Kinder von der 3. bis zur 6. Jahrgangsstufe lernen können, ihr Lieblingsbuch spannend vorzustellen und vorzulesen.
  • MATERIAL: Im folgenden ca. 8 minütigen Video werden Methoden des Lautlesens vorgestellt, die sich im Unterricht, wie auch in non-formalen Bildungselementen umsetzen lassen. Das Ziel ist die Verbesserung der Lesemotivation und Lesekompetenz von Schüler:innen in der Primarstufe.
  • MATERIAL: Dieses exemplarische Programm kann die Planung eines Studientags zur Lesekompetenzentwicklung an einer Grundschule unterstützen. Ziel ist es, die Lesekompetenz durch die Festlegung bestimmter Methoden und der Einbindung aller Professionen zu verbessern.

Schreiben

Schreiben ist eine wichtige Fertigkeit, die im Lauf der Schulzeit immer wichtiger wird. Um sicher, flüssig, wortgewandt und anlass- und adressatengerecht schreiben zu können, bedarf es vielseitiger und motivierender Schreibanlässe, die die Ganztagsschule auch außerhalb des regulären Unterrichts bieten kann.

Sprechen & Zuhören

Zuhören und Sprechen sind eng verbundene Fertigkeiten, die es uns ermöglichen per Sprache zu kommunizieren. Als solche sind sie ein wichtiger Bestandteil der Sprachbildung und lebendiger Interaktion.

  • ANGEBOT & MATERIALFreies Erzählen ist das Herzstück von Erzählzeit, einem künstlerischen Projekt in Berlin, welches die poetische Sprache mit gestischem und mimischem Ausdruck verknüpft und dadurch einen sinnlichen Weg entstehen lässt, der Schüler:innen eine ungewohnte und lustvolle Begegnung mit Sprache und der Vielfalt internationaler Märchen und Mythen ermöglicht.
  • MATERIAL – Zuhören will auch gelernt sein. Dieses kann man mit kreativen Methoden fördern.  Die Tipps des Berliner Zentrums für Sprachbildung geben kreative Anregungen: Mit den Ohren lernen. Zu verschiedenen Kinderbüchern gibt es Zuhörhefte oder Lesebegleithefte, die das Zuhören fördern.
  • ANGEBOT – Poetry Slam verbindet das Schreiben eigener Texte, welche dann vor einem Publikum vorgetragen werden. Felix Römer ist deutscher Autor, Moderator und Slam Poet und bietet unter anderem Workshops zum Thema Poetry Slam und spielerischer Textarbeit in Schulen, für Kinder- und Jugendliche aber auch für Pädagog:innen an. Er ist Teil des Programms „Kulturagenten für kreative Schulen Berlin“. Bei Interesse schreiben Sie ihn einfach direkt per E-Mail an.
  • ANGEBOT – Nicht außer Acht zu lassen ist der spielerische Zugang zu Sprache. Der Bildungsträger Wortlaut hat es sich zum Ziel gemacht, Sprachbildung, Lernkompetenzen, digitale Bildung und Beschäftigungsförderung mithilfe innovativer Ideen und Produkte an verschiedenen Lernorten – von Schulen über Kitas bis zu Geflüchteten-Unterkünften – anzustoßen und zu unterstützen. Wortlaut ist vor allem in Berlin Mitte aktiv.

Medien

Es gibt ganz unterschiedliche und vielfältige Möglichkeiten, mit Hilfe von digitalen Medien Sprachanlässe zu initiieren. Papierkino und Trickmisch sind Beispiele, bei denen Schüler:innen eigene Filme erstellen können.

  • ANGEBOT – Mit „Papierkino“ realisiert Marie Ulrike Callenius  kreative Film-Kunst-Projekte mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
  • ANGEBOT – Mit Trickmisch können Kinder und Jugendliche ihre eigenen Geschichten, Gedichte und Recherchen in Bildern erzählen. Dafür werden Bilder gezeichnet, als Schattensilhouetten ausgeschnitten, im Legetrick-Verfahren Bild für Bild auf dem Leuchttisch animiert und live vertont. Dieses analoge Verfahren wurde ins Digitale übersetzt und auf trixmix.tv für alle online zugänglich gemacht.

In unserem Alltag erfahren wir Mathematik häufig handelnd, z. B. wenn wir Zutaten beim Kochen und Backen abwiegen, beim Tischdecken Teller und Besteck abzählen, beim Einkaufen Preise überschlagen oder wenn wir ein Geburtstagspäckchen packen wollen und für die zu verschickenden Geschenke die Größe des Kartons abschätzen.

In der Ganztagsschule mit ihren erweiterten zeitlichen, personellen und multiprofessionellen Möglichkeiten gibt es über den ganzen Tag, in und außerhalb des Fachunterrichts die Möglichkeit, Schüler:innen vielfältige Zugänge zu mathematischen Phänomenen zu bieten, mathematisches Denken anzuregen und dabei ihre mathematischen Basiskompetenzen zu fördern.

Im Folgenden finden Sie entsprechende Anregungen, Materialien und Beispiele.

  • HINTERGRUND – Warum mathematische Bildung über den ganzen Tag wichtig ist und wie sie gelingen kann.

Vielfältige Zugänge zu mathematischer Bildung

Interesse, Neugier und Motivation für mathematische Phänomene und mathematisches Denken zu wecken ist wichtig. Das gelingt über ein Angebot an vielfältigen Zugängen, die an der Lebenswelt, den Interessen und den Kompetenzen der Schüler:innen ansetzen. So können Lern- und Entdeckerfreude geweckt und ein Gefühl von Selbstwirksamkeit erzeugt werden, statt Ängste und Blockaden hervorzurufen.

Im Folgenden finden Sie, ob Erzieher:in, Sozialpädagog:in oder Lehrkraft, Ideen und Anregungen, wie Sie in der Ganztagsgrundschule Schüler:innen auf vielfältige Weise an mathematische Phänomene und Probleme heranführen können.

Forschend-entdeckende Zugänge

Lernwerkstätten als vorbereitete Lernumgebungen begleiten Kinder darin, ausgehend von ihren eigenen „Forschungs“interessen, eigene Fragen zu stellen und diesen forschend-entdeckend nachzugehen.

  • PRAXISBEISPIEL und ANGEBOT – Die Gemeinschaftsschule „Grüner Campus Malchow“ verfügt über Lernwerkstätten in allen Altersstufen von JÜL 1-3 bis einschließlich der Sekundarstufe 1. Die Lernwerkstatt der Jahrgänge 4-6 bietet Fortbildungen für Interessierte.
  • PRAXISBEISPIEL – Die Rixdorfer Schule betreibt in Zusammenarbeit mit dem FIPP e.V. eine Lernwerkstatt, in der jede Klasse mindestens eine Woche pro Schuljahr verbringt. Themen mit mathematischem Bezug, die die Kinder erforschen können, sind z. B. Brücken und Türme, Mengen und Muster oder Bauen und Konstruieren.
  • ANGEBOT – Mehr zum Thema Lernwerkstätten und Informationen zur Fortbildung „Lernen begleiten“ finden Sie hier.
  • MATERIAL – Die Mathe-Werkstattkisten der iMint-Akademie bieten anregende Materialien und didaktische Anleitungen zu allen wichtigen Themen des Rahmenlehrplans, die spielerisch in- und außerhalb des Unterrichts erforscht werden können.
  • ANREGUNG, MATERIAL und PRAXISBEIPIELE – Die Stiftung „Kinder forschen“ bietet auf ihrer Webseite vielfältige Anregungen und Material zu „Forscherprojekten“ im Mint-Bereich für Kinder. Außerdem gewährt sie über Praxisberichte Einblicke in Mint/Mathe-Forscherprojekte an Ganztagsschulen.

Spielerische Zugänge

Viele Kinder lieben es, verschiedene Spiele wie Regel- oder Knobelspiele zu spielen. Eine Studie ergab, dass z. B. Brettspiele die mathematischen Fähigkeiten von Kindern erhöhen. Grundsätzlich lassen sich sog. Lernspiele, bei denen das Üben mathematischer Kompetenzen spielerisch aufbereitet ist, von Unterhaltungs-, Knobel- oder Gesellschaftsspielen unterscheiden, bei denen mathematische Kompetenzen nebenbei eingesetzt werden müssen und so entwickelt werden.

Lebensweltbezogene und praktische Zugänge zur Mathematik

Viele Bildungselemente, die nicht mit Mathematik betitelt sind, fördern mathematische Basiskompetenzen. Beim Kochen und Backen wird gewogen, beim Kettenbasteln werden Perlen gezählt und Muster erstellt und im Schulgarten wird die Ernte gerecht verteilt.

  • PRAXISBEISPIELE und ANREGUNG: Mit der MathCityMap-App können Pädagog:innen auf dem Schulgelände oder in der Schulumgebung einen Parcours mit spannenden Mathe-Aufgaben zu realen Orten erstellen. Beispiele sind der Mathe Trail der ersten Klasse in der Stephanusschule in Paderborn und der Mathe Trail auf dem Schulhof der Annedore-Leber-Grundschule in Berlin-Lichtenrade.
  • ANREGUNG – Aktivitäten, wie Kochen und Backen, Perlenfädeln, Fahrräder reparieren, das Planen eines Ausflugs oder einer Schnitzeljagd mit Wegeplan/Schatzkarte, die Organisation eines Sportturniers mit Messung und schriftlicher Aufbereitung der Leistungen, all das sind Anlässe, die Zugänge zu mathematischem Denken und Handeln bieten und direkt am Alltag von Kindern ansetzen.
  • ANGEBOT – Die Deutsche Mathematiker-Vereinigung stellt jedes Jahr einen digitalen Adventskalender „Mathe im Advent“ für die Jahrgangsstufen 4-6 zusammen. Hinter den Türchen verbergen sich Aufgaben zur Mathematik im Alltag. Diese können in Form eines Klassenspiels oder durch einzelne Schüler:innen gelöst werden. Als Belohnung winken interessante Preise.
  • ANGEBOT und MATERIAL – Auch Grundschüler:innen interessieren sich schon für Computer und das Programmieren. Mit einfachen Programmiersprachen, wie Scratch und visuell gestalteten Programmieroberflächen können Kinder interaktive Geschichten, Animationen und Spiele selbst erstellen. Die Webseite SCRATCH kombiniert Ideen, Austausch, Anleitung, Umsetzung und viele Hinweise für Pädagog:innen zur Einbindung von Scratch in der Schule.

Fächerübergreifende Zugänge

Gerade in den fächerübergreifenden oder fächerverbindenden Lernsettings können sich Schüler:innen im Unterrichtsgeschehen auf Wegen mathematischen Kompetenzen nähern, die sich nicht unbedingt wie Mathe anfühlen müssen. Hier finden Sie Praxisbeispiele und inspirierende Impulse, die intelligente Verbindungen zeigen.

Mathe und Kunst

Mathematik und Sport

  • MATERIAL – Anregungen zu fächerverbindenen Unterricht von Sport und Mathematik verbergen sich in der Publikation „Sportprojekte in der Grundschule“.
  • ANGEBOT – Das Berlin Mathematic Research Center Math+ bietet Schulen in allen Jahrgängen Unterstützung bei Planung und Durchführung eines sog. Matheatlons an, bei dem ein sportlicher Parcours mit mathematischen Aufgaben angereichert wird.

Mathe und Leseförderung

  • MATERIAL – Auch mit (Bilder-)Büchern lassen sich mathematische Kompetenzen und mathematisches Denken fördern. Auf dieser Webseite findet sich eine Auswahl an Titeln.
  • MATERIAL – Die Stiftung „Kinder forschen“ gibt das Magazin „echt jetzt?!“ für Kinder heraus, das Kinder neben dem Lesen auf Ideen zur Erforschung von mathematischen und naturwissenschaftlichen Phänomenen bringt.

„Bildungselemente“ zur Entwicklung mathematischer Basiskompetenzen

Neben den formalen Lernangeboten, die vorrangig im Fachunterricht Mathematik fokussiert werden, können mathematische Basiskompetenzen auch durch non-formale und informelle Bildungselemente gefördert werden. Hier werden verschiedene Bildungselemente vorgestellt, die sich unterschiedlich in der Tages- und Schuljahresstruktur realisieren lassen. Näheres zum Thema Bildungselemente finden Sie oben.

Förder- und Forderband

Projekte und Projekttage

  • PRAXISBEISPIEL – Die Franz-Marc-Grundschule ermöglicht durch Angebote von Erzieher:innen und Lehrkräften ihren Schüler:innen am jährlich stattfindenden Matheprojekttag „Mathe x anders“ in vielfältiger Weise Mathematik handelnd zu erleben.
  • PRAXISBEISPIEL – An der Ahorn-Grundschule konnten die Schüler:innen an drei Tagen mathematische Spiele, Experimente und bewegte Mathematik erleben.

Lernwerkstatt

Lernwerkstätten bieten Kindern die Möglichkeit, ihren eigenen Forschungsinteressen und Fragestellung forschend-entdeckend nachzugehen. Dabei können Lernwerkstätten thematisch als vorbereitete Lernumgebung gestaltet werden und der Lernweg durch didaktische Fragen unterstützt werden. Die Kinder dokumentieren Lernerfolge unabhängig von Leistungsdrucksituationen in Lerntagebüchern. (Beispiele und Angebote siehe auch unter der Rubrik forschend-entdeckende Zugänge).#

Wettbewerbe

Bei Mathematik-Wettbewerben stehen individueller oder kollektiver Erfolg beim Lösen mathematischer Aufgaben und Probleme im Fokus.

  • ANREGUNG – Auf der Webseite zu Schulwettbewerben der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie finden sich vielfältige Wettbewerbe zur Mathematik, Informatik und weiteren MINT-nahen Themen, von B wie Brückenschlag, über K wie Känguru und P wie Pangea bis Z wie Zukunftsflieger.
  • ANREGUNGWeitere Wettbewerbe zur Mathematik hat die Deutsche Mathematiker Vereinigung zusammengestellt.

Arbeitsgemeinschaften (AGs)

Viele Arbeitsgemeinschaften, die nicht mit Mathematik betitelt sind, leisten einen hochwertigen Beitrag zur Förderung mathematischer Basiskompetenzen, fast nebenbei.

  • PRAXISBEISPIELE – Einige Beispiele für AGs mit Mathebezug, die an vielen Grundschulen angeboten werden sind Schach, Coding und Robotic, Brett-, Knobel- und sonstige Spiele, Kochen und Backen, Spiele erfinden, dreidimensionales Gestalten, Perlenfädeln, Bauen und Konstruieren, u.v.m.
  • ANGEBOT – Der Verein MINT Impuls e.V. bietet Schulen an, AGs im Bereich MINT durchzuführen.

Außerunterrichtliche Lernorte

Die Hauptstadt Berlin bietet unzählige beeindruckende außerunterrichtliche Lernorte mit variantenreichen pädagogischen Programmen, die auf vielfältige Weise mathematische Basiskompetenzen fördern.

  • ANGEBOT – Das Deutsche Technikmuseum Berlin bietet z. B. Workshops zum „mathemachen“ an.
  • ANGEBOT – Die Stiftung Planetarium Berlin veranstaltet Workshops zu Weltraumthemen für verschiedene Altersgruppen.
  • MATERIAL – Die Webseite des kids.digilab.berlin stellt Lehrkräften und Pädagog:innen Materialien und Anleitungen zu den Themen Technik, Medien, Robotic, Programmieren usw. zur Verfügung.

Ganztagsschulen sollen Lern- und Lebensorte sein, an denen Kinder und Jugendliche im ganzheitlichen Sinne Kompetenzen aufbauen, unterschiedliche Erfahrungen machen bzw. verarbeiten und ihre Persönlichkeit entwickeln können. Pädagog:innen an Ganztagsschulen gestalten mit Blick auf die Bedarfe der Schüler:innen und idealerweise auch mit deren Beteiligung entsprechende Lerngelegenheiten und -umgebungen. Kulturelle Bildung (siehe auch den Orientierungs- und Handlungsrahmen für das übergreifende Thema Kulturelle Bildung) ermöglicht ein Lernen mit allen Sinnen, eröffnet neue Lernwege, Erfahrungsräume und Teilhabemöglichkeiten. Damit ist kulturelle Bildung ein Motor für die Weiterentwicklung von Ganztagsschulen. Hier erfahren Sie, wie kulturelle Bildung an der Ganztagsschule ausgestaltet werden kann.

Kulturelle Bildung ermöglicht ein anderes, ein neues Lernen!

Kulturelle Bildung ermöglicht ein anderes, ein neues Lernen – mit allen Sinnen. Was passiert um mich herum? Was hinterfrage ich? Und wie drücke ich mich aus? Mit Kunst und Kultur eröffnen sich neue Sichtweisen, Perspektiven und Blickwinkel – auf die eigene Person und die ganze Welt.

  • PRAXISBEISPIELE – Die MATERIAL:Box der Kulturagenten für kreative Schulen Berlin bietet Ihnen vielfältige Gelegenheiten, künstlerisch-kulturelle Materialien und Lernsettings bspw. zum spielerischen Umgang mit Geometrie oder demokratischen Prozessen aber auch zur Inszenierung eines Lernlabors anhand von Beispielen aus Berliner Schulen kennenzulernen.
  • PRAXISBEISPIELE – Die Kulturagent:innen-Schulen bieten eine Vielzahl von Praxisbeispielen für ein transdisziplinäres Lernen. So haben sich Schüler:innen bspw. zwischen Naturwissenschaften, Kunst und Stadt über mehrere Jahre mit Urbaner Botanik beschäftigt. Die Stadtapotheke will verlorenes Wissen über Pflanzen und ihre Heilkräfte teilen. Wie Lernen in Bewegung versetzt und unterschiedlichste curriculare Inhalte durch Tanz vermittelt werden können, zeigt Moving the Classroom.
  • MATERIAL – Anregungen zur künstlerischen Vermittlung des Themas Klimawandel bieten 14 Poster, die im Rahmen von Schools of Sustainability des Hauses der Kulturen der Welt entwickelt wurden.
  • MATERIAL zum Thema Raum – Wie der Schulraum selbst zum Gegenstand des Lernens werden kann, zeigt die Handreichung Neue Räume für neues Lernen. Aus der Schule raus in den Stadtraum geht es mit der inspirierenden Methodensammlung Flanieren für alle. Im Manifest Bildung in Beton formulieren Schüler:innen und Künstler:innen ihre Forderungen für andere Lernräume.
  • MATERIAL zu diskriminierungskritischen Ansätzen in der kulturellen Bildung – Für diskriminierungskritische Perspektiven zwischen Kunst und Bildung liefert die diskrit-kubi.net-Plattform wichtige Impulse und Bildungsmaterialien. Geschlechterrollen mittels Performancekunst erforschen und verändern möchte das Kartenset von PLAYING UP Gender. Diskriminierungskritische Diversitätsvermittlung in Form eines Bilderbuchs bietet Sharon Dodua Otoos Geschichte von Kreis und Viereck.
  • ANGEBOT – Sie suchen Partner:innen zur Entwicklung und Umsetzung von künstlerisch-kulturellen Bildungselementen an Ihrer Schule? Sie wollen wissen, welche kulturellen Bildungsprojekte aktuell in der Hauptstadt laufen? Sie möchten eigene Projekte präsentieren oder suchen nach Fördermöglichkeiten? Der Kubinaut ist die Community-Plattform für kulturelle Bildung in Berlin und versammelt Informationen für Schule und Kita, für Akteur:innen der kulturellen Bildung, zu Freizeitangeboten und Fördermitteln.

Kulturelle Bildung stärkt und beteiligt Schüler:innen!

Kulturelle Bildung macht Schüler:innen neugierig auf Kunst und Kultur und fördert ihre aktive Teilhabe an künstlerischen Prozessen. Kulturelle Bildung in Schule bedeutet neben künstlerisch-kreativer Projektarbeit auch Teilhabe, Aktivierung und Selbstwirksamkeit für Schüler:innen, die durch und mit den Künsten erfahrbar werden.

Kulturelle Schulentwicklung und kulturelles Ganztagsschulprofil

Kulturelle Bildung kann zu einem Motor von Schulentwicklungsprozessen werden, wenn bspw. folgende Fragen bearbeitet werden: Welche Formate und welche Taktung passen zu unserer Ganztagsschule? Welche Themen interessieren uns und mit welchen künstlerischen Ausdrucksformen möchten wir arbeiten? Wie viel Struktur und welche Freiräume wirken unterstützend? Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Künstler:innen und Kulturpartner:innen und was interessiert die Kinder? Dies führt in einen Prozess hin zu einer strukturellen Verankerung von kultureller Bildung, statt vieler kleiner künstlerischer Projekte.

  • HINTERGRUND – Kulturelle Bildung kann zu einem Kern von Schulentwicklungsprozessen werden. Dafür sind folgende Fragen im Kontext von Schulentwicklungsprozessen zu bearbeiten: Welche künstlerischen Bildungselemente, Formate und welche zeitliche Taktung passen zu unserem Ganztagsschulprofil und unserer Schulgemeinschaft? Welche Themen interessieren unsere Schüler:innen und mit welchen künstlerischen Ausdrucksformen möchten wir an ihnen arbeiten? Wie viel Struktur und welche Freiräume wirken unterstützend für unsere Schüler:innen? Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Künstler:innen und Kulturpartner:innen und wie können wir mit Partner:innen neue Lern- und Erfahrungsräume erschließen?
  • HINTERGRUND – Sie suchen nach Argumentationshilfen, um kulturelle Bildung in der Schulgemeinschaft stark zu machen? Das Kollegium braucht einen Motivationsschub? Im Thesenpapier aus dem Kulturagentenprogramm ist das Wie und Warum der kulturellen Bildung in 10 guten Gründen auf den Punkt gebracht.
  • MATERIAL – Im Abschnitt zu den Bildungselementen oben finden Sie MATERIAL zur Visualisierung von Bildungselementen und Ganztagsschulprofil, das Sie wunderbar für eine Bestandsaufnahme und die Weiterentwicklung Ihres kulturellen Ganztagsschulprofils nutzen können.
  • ANGEBOT – Programme wie Kulturagenten für kreative Schulen Berlin begleiten Schulen auf dem Weg der kulturellen Schulentwicklung – etwa bei der Entwicklung eines passgenauen „Kulturfahrplans“, der Etablierung eines Kulturteams oder der Verzahnung kultureller Angebote mit anderen Bildungselementen des Schulalltags. Beispiele für die filmische Umsetzung ihrer Kulturfahrpläne zeigen Schulen in Stop Motion Filmen. Ebenso wird dort Schulen ein Tutorial für die Erstellung eines eigenen Kulturfahrplans bereitgestellt. Kreativpotentiale im Dialog hat 10 Jahre lang in 15 Bundesländern daran gearbeitet, kulturelle Bildung als festen Bestandteil des Lernens und Lehrens an Schulen zu verankern.
  • PRAXISBEISPIELE – Die MATERIAL:Box der Kulturagenten für kreative Schulen Berlin bietet spannende Einblicke in die Entwicklung eines Kulturfahrplans, die Arbeitsweisen einer Kulturklasse, die Implementierung in schulische Strukturen oder die Potenziale inklusiver kultureller Bildung an Berliner Schulen. Das Wissenswerkzeug bietet Ausschnitte und Einblicke in die langjährige kulturelle Bildungspraxis an Berliner Kulturagentenschulen, stellt produktive Fragen und liefert ganz konkrete Anregungen aus der Praxis.
  • MATERIAL – Wie ist unsere Schule im Bereich der kulturellen Bildung aufgestellt? Was können wir noch stärken? Und wo stecken Herausforderungen? Das Selbstbefragungstool Frage: Zeichen lädt ein zur interaktiven Bestandsaufnahme auf dem Weg zum kulturellen Schulprofil.
  • MATERIAL – Ein zentrales Moment kultureller Bildungsprozesse in der Ganztagsschule ist die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partner:innen. Das Kartenset Chillen und Kämpfen unterstützt dabei, Kooperationsprozesse zu organisieren und zu reflektieren.
  • PRAXISBEISPIELE – Wie eine Kollaboration langfristig gelingen und den Schulentwicklungsprozess voranbringen kann, reflektieren hier Lehrer:innen, eine Mitarbeiter:in des Museums für Naturkunde Berlin, Künstler und Kulturagent. Wie es gelingen kann, alle auf dem Weg der kulturellen Schulentwicklung mitzunehmen, hat ein Kollegium an einem Studientag mit dem provokativen Titel „Kultur ist nichts für uns!“ untersucht. Und im Programm Max – Artists in Residence beziehen Künstler:innen in der Schule selbst ihr Atelier, während Das fliegende Künstlerzimmer mobil Station auf dem Schulhof und im Quartier macht.

Schule ist – wie es der Orientierungs- und Handlungsrahmen für das übergreifende Thema Demokratiebildung formuliert – ein Lernort für Demokratie. Insbesondere die Ganztagsschule mit ihren erweiterten zeitlichen und personellen Ressourcen bietet die Möglichkeit, verschiedene formale, informelle und non-formale Bildungselemente zur Demokratiebildung über den ganzen Tag anzubieten und miteinander zu verzahnen. Ein wichtiger Bereich der Demokratiebildung – neben dem Lernen über Demokratie, wie z.B. im Fachunterricht Politik – ist die Gelegenheit, Demokratie zu erleben, zu erproben und zu reflektieren, das Lernen durch Demokratie. Dies kann insbesondere in der partizipativen Praxis der Ganztagsschule gelingen.

Im Modul Partizipative Praxis finden Sie eine Sammlung „partizipativer Bildungselemente“, die eine Demokratiebildung über den ganzen Tag durch das Erleben von Partizipation möglich machen.